Hyperthermie in Kombination mit Chemotherapie bei nicht-muskelinvasiven Karzinomen der Harnblase

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Prof. Dr. András Szász
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Studie zum komplementärmedizinischen Einsatz von Hyperthermie bei Blasenkrebs

Jedes Jahr erkranken – Stand Ende 2020 - etwa 30.000 Menschen neu an Blasenkrebs. Dabei leiden sieben von zehn Patient:innen an einem nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinom: der Tumor ist begrenzt auf die Schleimhaut. Bei den anderen Erkrankten hat der Krebs den Muskel erfasst. Das Harnblasenkarzinom macht etwa 3-4 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Männer sind etwa doppelt so oft betroffen wie Frauen. Eine Besonderheit dieser Krebsart: Bei Blasenkrebs ist das Rezidiv-Risiko hoch, dass nach einer Krebsbehandlung ein Tumor an gleicher Stelle wieder erscheint.
Eine aktuelle Studie untersucht die möglichen therapeutischen Wirkungen einer lokoregionalen Hyperthermie in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten mit einem nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinom (Non–muscle Invasive Bladder Cancer, NMIBC). Studie in: Int J Hyperthermia. 2021; 38(1):1627-1632.

Untersucht wurden NMIBC-Patienten mit mittlerem/hohem Risiko, die mit intravesikalem Mitomycin (IM-Gruppe) oder lokoregionaler tiefer Hyperthermie in Kombination mit intravesikalem Mitomycin (CHT-Gruppe) behandelt wurden. Festgestellt wurde u.a.: „The recurrence rate at 12 months was significantly lower in the CHT group than in the IM group (11.1% vs. 44%, p = .048); this trend persisted at 24 months (CHT: 11.1%, IM: 48%; p = .027). The recurrence-free survival was also significantly higher in the CHT group than in the IM group (p = .028). No tumor recurrence was noted in patients who received a thermal dose of ≥4 CEM43. All adverse events were well tolerated, and there was no treatment-related mortality.“

Die Forscher schlussfolgern: Wird die intravesikale Chemotherapie mit lokoregionaler Tiefen-Hyperthermie kombiniert, kann bei den in der Studie erfassten Patienten:innen die Rezidivrate im Vergleich zur alleinigen intravesikalen Chemotherapie „signifikant sinken“.

Die Deutsche Krebsgesellschaft schreibt zur regionalen Tiefenhyperthermie: „Mit diesem ebenfalls etablierten Verfahren werden auch Tumoren erreicht, die sich in tieferen Gewebeschichten befinden … . Diese Methode eignet sich u.a. zur Behandlung von fortgeschrittenen Enddarmtumoren, ausgedehntem Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs, Blasenkrebs und Keimzelltumoren bei jungen Patienten.“
Prof. Dr. Andras Szász, Begründer der lokoregionären Hyperthermie/ Oncothermie: „In einer komplementären Onkologie finden Hyperthermie und Oncothermie ihren Platz, wenn sie wie in der Studie multimodal vorgehen und konventionelle Therapien mit Wärmetherapie verbinden. Das elektrische Feld ermöglicht die Fokussierung der Wärme in der zu behandelnden Region. Das Ziel ist, die Chemotherapie zu verstärken und das Tumorgewebe gezielt anzugreifen.“

Kontakt: Oncotherm GmbH, 53843 Troisdorf, Belgische Allee 9, Irina Schilke, Tel.: 02241 319 92 24 schilke@oncotherm.de, wwww.oncotherm.de