Wie lebt es sich denn so – in der Türkei?

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Immer wieder hört man von Wirtschaftskrisen und Erdbeben. Ein Leben am Rande des Wahnsinns? Mitnichten! Eine Auswanderin berichtet über ihr - fast ganz normales - alltägliches Leben in der Türkei.

Endstation Anatolien
Auswandern? Mit fast vierzig Jahren und zwei schulpflichtigen Töchtern? Und noch dazu in den Orient? Christine Erdic hat es gewagt! Das Morgenland lockt mit bunten Basaren, leuchtenden Farben, einem unvergleichlich blauen Himmel und geheimnisvollen mondbeschienenen Nächten. Doch wie ist das wirkliche Leben hinter dem Schleier der Illusionen? Ein Buch, das das Leben schrieb!
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3752897111
Auch als E-Book erhältlich!

Leseprobe aus dem Buch:
Draußen zieht eine frühlingshafte Landschaft an mir vorüber. Hügelig ist das Land, ja, teilweise sogar bergig. Wälder und grüne Täler wechseln einander ab, dazwischen ziehen sich kleine Dörfer idyllisch die Hänge hinauf. Ich sitze im Bus nach Ankara, der Hauptstadt in der Steppe. Nachdenklich schaue ich zum Fenster hinaus. Wie oft habe ich diese Strecke von 585 Kilometern inzwischen wohl schon zurückgelegt? Entspannt lehne ich mich in den bequemen Sitz. Diese Überlandbusse bieten jeglichen Komfort von Internetanschluss bis Minifernseher. Natürlich ist die Reise mit dem Auto noch viel schöner. Dann hält man, wo es einem gefällt, und das ist in unserem Fall immer das Afium Outlet bei Afyon. Dort ist ein wunderschönes Einkaufszentrum entstanden - in Form eines Dorfes mit gediegenen kleinen Häusern, in denen sich Geschäfte, die allesamt erkundet werden wollen, sowie verschiedene Restaurants mit allerlei Spezialitäten befinden. Afyon ist die Grenzstadt zwischen dem ägäischen Gebiet oder auch (laut Atlas!) Westanatolien und der mittelanatolischen Hochebene. In dieser Gegend wird übrigens der berühmte Afyon-Marmor abgebaut. Hier machen Reisende aus vielen Gebieten der Türkei halt. Kunterbunt ist dementsprechend auch das Bild der sich ansammelnden Menschen. Neben mit Shorts und Tops bekleideten Frauen aus dem Westen oder Süden der Türkei, sieht man auch ländlich gekleidete mit Kopftüchern, religiöse mit Mänteln und sogenannten Turbanen oder - seltener – komplett schwarz verhüllte Gestalten. Niemand scheint sich jedoch an dem anderen zu stören, einträchtig sitzen manche Vertreter dieser doch so unterschiedlichen Gruppen sogar nebeneinander am gleichen Tisch, in ein Gespräch vertieft. Oftmals ist das Afium allerdings bereits unser zweiter Halt auf der Strecke, da mein Mann in Uşak gerne die berühmte Tarhana-Suppe schlürft, zu der er Ayran trinkt - ein traditionelles türkisches Joghurtgetränk, das in Tonbechern serviert wird.
Auf diese Weise kommen wir mit dem Auto natürlich immer viel später in Ankara an als der Bus, der nur eine halbstündige Essenspause an einer festgelegten Raststätte einlegt.

Ankara kommt mir nach dem quirligen, orientalisch anmutenden und leichtlebigen Izmir, der griechisch geprägten „Perle der Ägäis“, fast europäisch vor mit seinen geraden Straßenzügen, den vielen Einkaufszentren und den gigantischen Hochhäusern am Stadtrand.
Unsere älteste Tochter Güldi wohnt und arbeitet in Ankara, nachdem sie sieben Jahre dort studiert hat. Heute ist sie glücklich verheiratet, und wir haben einen wunderbaren Schwiegersohn mit einer sehr herzlichen Familie hinzugewonnen. Micki, die Jüngere, hat auch in Ankara studiert. Gemeinsam bewohnten die Schwestern dort eine geräumige Mietwohnung. Doch nun durchstreift sie Europa. Das müssen meine Erbanlagen sein! Auch mich trieb es schon immer in ferne Länder. Meine Mutter sah mich in meiner Jugend so manches Mal kopfschüttelnd an: „Ich weiß gar nicht, von wem du diesen Wandertrieb geerbt hast. So etwas gab es in unserer Familie bisher nicht!“ Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich die aus Berlin stammende Verwandtschaft meines Vaters nie kennenlernen konnte, sie waren alle bereits vor meiner Geburt verstorben oder verschollen. Mein Opa hieß Ludwig und hatte kohlrabenschwarzes Haar und dunkle Augen. Das ist auch schon so ziemlich alles, was ich über ihn weiß.
Tatsache ist, dass es mich schon immer in den Süden gezogen hat.
Mein Traum zu Teenagerzeiten war ein Leben in Portugal, nachdem ich zuletzt drei Monate dort verbracht hatte. Doch es sollte alles anders kommen …

©byChristine Erdic

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Firmeninformation
Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
Mehr Infos unter Meine Bücher- und Koboldecke
https://christineerdic.jimdofree.com/
https://literatur-reisetipps.blogspot.com/