EU-Grenzwerte für PFAS rücken Umweltanalytik in den Fokus

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System für die Combustion IC (CIC) für die Analyse der Summenparameter AOF bzw. EOF im Labor der Metrohm AG. Das System wird vom Applikationsteam Ionenchromatographie für die Analyse von Kundenproben sowie Methodenentwicklung verwendet. Von links nach rechts: Das System besteht aus einem 930 Compact IC, 920 Absorber Module und einem Combustion Module (AJ). Copyright: Metrohm
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Metrohm liefert mit Messgeräten genaues Bild über Gesamtbelastung
Herisau, 26.02.2026 – Ab 12. August 2026 treten EU-weit neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen in Kraft. Damit gewinnt die genaue Bestimmung der sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ für Labore und Unternehmen noch größere Bedeutung. Die Metrohm AG aus Herisau unterstützt mit hochpräzisen Messgeräten und validierten Methoden die Analyse von PFAS in Wasser, Böden und anderen Proben.

PFAS – ein omnipräsentes Problem
Bei per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) handelt es sich um eine Gruppe von menschengemachten, chemischen Verbindungen, die viele Tausend einzelne Verbindungen umfasst. PFAS sind fett-, schmutz- und wasserabweisend und wurden aufgrund dieser Eigenschaften über Jahrzehnte von der Industrie hergestellt und verwendet – in der Herstellung von Outdoorbekleidung ebenso wie für die Beschichtung von Lebensmittelverpackungen.

Viele dieser Verbindungen haben sich als gesundheitsgefährdend erwiesen. Allen PFAS ist gemeinsam, dass sie chemisch äußerst stabil sind: Einmal in die Umwelt eingetragen, zersetzen sie sich dort kaum mehr. Über das Trinkwasser und die Nahrungskette gelangen sie in den menschlichen Körper und reichern sich dort im Blut und den Organen an.

Gesamtbelastung zuverlässig messen
Der Nachweis einzelner PFAS ist technisch aufwendig und nur für wenige Verbindungen aus dieser Gruppe möglich. Eine Evaluation der direkten Belastung ist somit für viele Verbindungen nicht direkt realisierbar. Stattdessen wird auf Summenparameter zurückgegriffen. Im Fall von Lebensmittelverpackungen, ist dies der Summenparameter namens TOF (Total Organic Fluorine). Dieser Summenparameter ermöglicht Rückschlüsse über die Gesamtmenge an PFAS. Die dafür verwendete Technologie ist die sogenannte Combustion Ion Chromatography (CIC, Verbrennungs-Ionenchromatographie).

Zur Bestimmung wird zunächst die Menge an Gesamtfluor (Total Fluorine, TF) erfasst. Dazu wird die Probe in einem Ofen verbrannt. Das Fluor wird freigesetzt und als Fluorid-Ion in Reinstwasser aufgefangen. Die Menge an entstandenem Fluorid kann dann mittels Ionenchromatographie bestimmt werden.

In einem zweiten Schritt wird eine weitere Probe zunächst verascht, sodass sämtliche organischen Bestandteile (inkl. PFAS) verbrannt werden. Die verbleibende Asche wird anschließend vollständig im Ofen des CIC-Systems verbrannt, um den Gehalt an anorganischem Fluor (Total Inorganic Fluorine, TIF) mittels Ionenchromatographie zu bestimmen. Aus der Differenz zwischen TF und TIF lässt sich schließlich der TOF-Wert berechnen.

Experten für Methodenentwicklung und Standardisierung
Bereits 1987 ging Metrohm mit dem ersten, im eigenen Haus entwickelten Ionenchromatographen an den Markt und gehört inzwischen zu den weltweit führenden Herstellern in diesem Produktsegment. Insbesondere in der Wasser- und Umweltanalytik sind Ionenchromatographen aus Herisau ein fester Begriff.

Metrohm engagiert sich aktiv in der Entwicklung und Standardisierung von PFAS-Analyseverfahren. Neben der Beteiligung an europäischen Normierungsbestrebungen zur Bestimmung des Summenparameters TOF – bei denen Metrohm eine führende Rolle einnimmt und das Unternehmen seine Expertise in Ringversuchen einbringt – arbeiten Experten in Gremien, wie dem Deutsches Institut für Normung (DIN) mit. Ein Ergebnis davon ist die DIN-Norm 38409-59, die die Verbrennungs-Ionenchromatographie für die Bestimmung des Summenparameters AOF (Adsorbierbares organisch-gebundes Fluor) für Wasserproben beschreibt. Damit liefert Metrohm nicht nur Geräte, sondern auch validierte Analysevorschriften, die Labore direkt anwenden können. Ein weiterer Meilenstein ist die internationale Veröffentlichung der Methode als ISO-Norm ISO 18127:2026 „Water quality — Determination of adsorbable organically bound fluorine, chlorine, bromine and iodine“. Damit ist die ursprünglich als DIN 38409-59 etablierte Bestimmung adsorbierbarer organisch gebundener Halogene mittels Verbrennungs-Ionenchromatographie (CIC) nun weltweit standardisiert. Die Methode ermöglicht die zuverlässige Bestimmung von AOF sowie weiterer Summenparameter wie AOCl, AOBr und AOI in unterschiedlichsten Wasserproben und schafft eine international harmonisierte Grundlage für die Überwachung organischer Halogenverbindungen, einschließlich PFAS.

„Die Metrohm ist stolz darauf mit ihrem Expertenwissen bei der Entwicklung von neuen Methoden im Bereich Umweltanalytik mitzuwirken und somit einen Beitrag für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz zu leisten. Durch die Mitarbeit in Normungsgremien sammeln wir Erfahrung mit den Methoden, welche dann unseren Kunden, wie beispielsweise Umweltlaboren wieder zugutekommt.“ Dr. Michael Klein, Senior Regulatory Affairs Manager, Metrohm AG

Über Metrohm
Die Metrohm AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Präzisionsmessinstrumenten für die chemische Analytik. Das 1943 in Herisau, Schweiz, gegründete Unternehmen entwickelt und produziert Geräte für Titration, Ionenchromatographie, Spektroskopie (u. a. NIR, Raman), und Elektrochemie, die sowohl im Labor als auch in der Prozessanalytik Anwendung finden. Metrohm ist der globale Marktführer in der Titration und gehört zu den größten Herstellern von Ionenchromatographie-Systemen. Der Großteil der Geräte wird bis heute am Hauptsitz in der Schweiz entwickelt und gefertigt, wobei Metrohm auf eine außergewöhnlich hohe vertikale Integration setzt: die meisten Hardware-, Software- und Sensorkomponenten werden in-house hergestellt, um gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen. Das Unternehmen ist weltweit in über 80 Ländern durch Tochtergesellschaften, regionale Support-Zentren und exklusive Vertriebspartner vertreten. Die Lösungen von Metrohm kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz, darunter Pharma, Chemie, Lebensmittel- und Umweltanalytik, Kosmetik und Kunststoffe. Mit seinen analytischen Lösungen unterstützt Metrohm unter anderem die Bestimmung von Summenparametern, die einen Gesamtüberblick über die PFAS-Belastung ermöglichen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.metrohm.com/

Pressekontakt:
Eva Türk
schoesslers GmbH
metrohm@schoesslers.com