MaBiS-Hub kommt: Frühzeitiges Handeln zahlt sich aus

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 Frühzeitiges Handeln zahlt sich aus

Mannheim, 17. März 2026. Die Energiebranche durchläuft eine tiefgreifende digitale Transformation. Seit Ende 2024 arbeitet die Bundesnetzagentur an einer Modernisierung der Marktregeln für die Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS). Ziel dieser Reform ist es, spätestens ab 2030 Mess- und Lastgangdaten pseudonymisiert zu verarbeiten und die bisher dezentralen Prozesse der Bilanzkreisabrechnung durch eine zentrale Plattform zu ersetzen, den so genannten MaBiS-Hub. Damit sollen Datenschutz, Datenqualität und Effizienz verbessert und die Marktpartner spürbar entlastet werden. Es steht also nicht weniger als die nächste Stufe der Digitalisierung in der Branche bevor und mit ihr einher gehen erheblicher Investitionsbedarf sowie neue Prozessabläufe, die Expertenwissen erfordern. Energieversorger, Netz- und Messstellenbetreiber sind deshalb gut beraten, frühzeitig die Weichen zu stellen und dabei auf externe IT-Unterstützung eines Experten für die komplexe Umsetzung zu setzen.

MaBiS ist ein verbindliches Regelwerk der Bundesnetzagentur, das seit 2011 festlegt, wie bilanzierungsrelevante Stamm- und Bewegungsdaten im deutschen Strommarkt auszutauschen und abzurechnen sind. Seither müssen alle Marktteilnehmer - dazu gehören Netzbetreiber, Lieferanten, Bilanzkreisverantwortliche und Messstellenbetreiber - diese Regeln einhalten. Ziel ist eine transparente und einheitliche Bilanzkreisabrechnung: Strom wird in Viertelstundenintervallen bilanziert. Alle eingespeisten und entnommenen Energiemengen werden zu sogenannten Summenzeitreihen aggregiert. MaBiS definiert, wie diese Zeitreihen gebildet, versendet und geprüft werden, damit die Bilanzkreisverantwortlichen ihre Abweichungen zahlen oder Rückerstattungen erhalten. Ohne MaBiS gäbe es keinen fairen Markt und keine standardisierten Prozesse für die Bilanzkreisabrechnung - Abweichungen könnten nicht korrekt ausgeglichen werden, und die Stabilität des Stromnetzes wäre gefährdet. Nun zündet die Bundesnetzagentur die nächste Digitalisierungsstufe: Bis spätestens 2030 soll mit dem MaBiS-Hub eine zentrale Plattform verpflichtend werden, die Datenschutz und Effizienz verbessert. Um von den Entlastungen der neuen Plattform zu profitieren, sollten Marktteilnehmer eine Reihe von Maßnahmen ins Auge fassen.

Systeme an Prozesse und Vorgaben anpassen
Die Einführung der Bilanzkreisabrechnung ist ein Meilenstein für den deutschen Strommarkt. Zuvor gab es keine einheitlichen Vorgaben, wie sich Mengenabweichungen zwischen Einspeisung und Entnahme ausgleichen lassen. "Für Lieferanten und Netzbetreiber bedeutet das, dass sie ihre Systeme und Prozesse an die Vorgaben anpassen müssen", gibt Dr. Andreas Schneider, Head of Energy bei der PTA IT-Beratung aus Mannheim zu bedenken. "Das Regelwerk definiert, wie Zeitreihen gebildet werden und welche Inhalte sie besitzen. Gleichzeitig schafft es einen Rahmen für automatisierte Workflows. Ohne MaBiS würde jeder Marktteilnehmer eigene Regeln anwenden - ein Albtraum für die Konsistenz und Fairness", so der Experte weiter. Wer MaBiS konsequent nutzt, profitiert von effizienteren Abläufen, reduziertem Fehleraufwand und einer besseren Bilanzierung. Besonders in Zeiten steigender Komplexität durch erneuerbare Energien und intelligente Messsysteme ist ein standardisierter Prozess unverzichtbar.

Marktteilnehmer müssen fünf Schritte im MaBiS-Prozessablauf berücksichtigen
Berücksichtigen Energielieferanten und Netzbetreiber fünf zentrale Prozessabläufe, bildet MaBiS die Brücke zwischen regulatorischen Anforderungen und wirtschaftlichen Interessen der Marktteilnehmer. Der erste Prozessablauf, auf den besonderes Augenmerk fallen sollte, betrifft das Sammeln von Messdaten. Messstellenbetreiber und Verteilnetzbetreiber erfassen die Energieflüsse. Sie nutzen standardisierte Lastprofile (SLP) oder registrierende Lastgangmessungen (RLM), je nachdem, welche Anlagen angeschlossen sind. Die Daten werden in Intervallen von 15 Minuten erfasst.

Der zweite wichtige Ablauf betrifft das Bilden von Zeitreihen. Dabei werden die gesammelten Messwerte zu Summenzeitreihen aggregiert. Diese Zeitreihen enthalten sowohl Entnahme- als auch Einspeisedaten für einen Bilanzkreis. MaBiS verlangt, dass jede Zeitreihe eindeutig gekennzeichnet wird und eine Version erhält, um spätere Änderungen nachvollziehen zu können.

Ein dritter Prozessablauf, der zwingend abzubilden ist, betrifft die Datenübertragung. Denn die Zeitreihen werden über standardisierte Nachrichtentypen (u.a. UTILMD, MSCONS, APERAK) an den Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) gesendet. Diese Formate stellen sicher, dass alle notwendigen Informationen enthalten sind. Bei fehlerhaften Daten sendet der ÜNB eine APERAK-Nachricht mit Fehlercodes zurück, damit der Absender korrigieren kann.

In einem vierten Schritt muss eine Abweichungsanalyse bedacht werden. Hier vergleicht der (ÜNB) die gemeldeten Zeitreihen mit den eigenen Lastflussberechnungen. Abweichungen werden in Differenzzeitreihen erfasst. Der Bilanzkreiskoordinator (BIKO) prüft, ob Abweichungen durch Prognosefehler oder Messfehler entstanden sind, und erstellt eine Clearingliste.

Im fünften und abschließenden Prozess lassen sich dann Abrechnungen oder Korrekturen anstoßen. Gibt es Abweichung, werden diese mit dem reBAP (regelzoneneinheitlicher Bilanzausgleichsenergiepreis) multipliziert. Der resultierende Betrag kann positiv oder negativ sein. Der BKV erhält die Rechnung oder Gutschrift über den BIKO. Bei Bedarf kann der Bilanzkreisverantwortliche innerhalb von sieben Monaten Korrekturen melden. Der ÜNB führt daraufhin eine Korrekturabrechnung durch.

PTA Best Practice: Wie sich MaBiS erfolgreich umsetzen lässt
Wie sich MaBiS erfolgreich umsetzen lässt, haben die IT-Experten der PTA in einem Best-Practice-Projekt bei einem Energieversorger gezeigt, indem sie alle erforderlichen MaBiS-Prozesse in das bestehende Energiedatenmanagementsystem integriert haben. Ziel war es, den automatisierten Nachrichtenaustausch mit Marktteilnehmern sicherzustellen und die Bilanzkreisabrechnung effizient abzuwickeln. Das Projekt dauerte sechs Monate und basierte auf einer dreischichtigen Architektur. Diese beinhaltet einen Thin Client, Applikationsserver und MS SQL 2008. Im Ablauf des Projektes hat das Projektteam die bestehenden Geschäftsprozesse um MaBiS-spezifische Funktionen ergänzt: Es hat neue Datenstrukturen für Summenzeitreihen eingeführt, Toleranzwerte für Abweichungen definiert und einen Workflow entwickelt, der entscheidet, ob eine Zeitreihe automatisch akzeptiert oder abgelehnt wird. Der Anwender muss so nur noch in Ausnahmefällen eingreifen, was die Arbeitsbelastung erheblich reduziert. Die PTA-Lösung ermöglicht es, die wirtschaftliche Verantwortung für Abweichungen besser zu tragen und den Clearingprozess effizient zu nutzen. Durch eine enge Verzahnung mit dem Energiedatenmanagementsystem lassen sich nun Zeitreihen korrekt zuordnen, und der BKV erhält rechtzeitig Rückmeldungen.

Ein strukturiertes Vorgehen ist demnach in diesem Kontext besonders wichtig: Dazu gehören eine detaillierte Analyse der Ausgangssituation, die Definition der Datenflüsse, Implementierung automatisierter Workflows und Schulungen der Belegschaft. Das Best-Practice-Projekt zeigt, wie Unternehmen der Energiebranche MaBiS nicht nur als regulatorische Pflicht begreifen, sondern dieses aktiv als Instrument zur Prozessoptimierung nutzen.

Weiterführende Informationen finden Interessierte hier: https://www.pta.de/aktuelles/mabis-einfach-erklart/

Die PTA IT-Beratung entwickelt seit 1969 maßgeschneiderte und kundenorientierte IT-Lösungen. Mit ihrer Ausrichtung auf Organisations- und IT-Projekte begleitet sie ihre Kunden pragmatisch und erfolg-reich in die Digitalisierung. Die PTA ist nach DIN EN ISO 9001 sowie nach ISO13485 zertifiziert und verfügt über 13 Standorte in Deutschland, Spanien und der Schweiz. Die PTA-Gruppe mit Firmenzentra-le in Mannheim beschäftigt aktuell über 400 Mitarbeiter und betreut vornehmlich Kunden aus der Life Science-Branche, Fertigungsindustrie, Retail & Logistics, im Energiesektor sowie in der Finanz- und Versicherungswirtschaft. https://www.pta.de/

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