Studie: Wirtschaftliches Potenzial von Ideenmanagement in Deutschland liegt bei 21,6 Milliarden Euro pro Jahr
Erstmals liegen Rendite-Kennzahlen zum Ideenmanagement als Langzeitstudie vor / Return on Investment von 240 Prozent / Pro Vollzeit-Ideenmanager Wertbeitrag von knapp 600.000 Euro pro Jahr
Kempten, 26. Juni 2026 – Ideenmanagement bietet Unternehmen die Chance, sich aus eigener Kraft positiv zu verändern und verursacht dabei keine Kosten, sondern erwirtschaftet unmittelbar Gewinn. Das zeigt eine Online-Befragung im Rahmen des Deutschen Ideenmanagement Reports 2026. Der Report wird vom Zentrum Ideenmanagement auf dem laufenden Personalmanagement-Kongress vorgestellt. Dabei geht es um keine kleinen Summen. Der Report beziffert das jährliche rechenbare Potenzial von systematischem Ideenmanagement in Unternehmen und der öffentlichen Hand auf 21,57 Milliarden Euro in Deutschland.Unter Ideenmanagement versteht man die systematische, dauerhafte Beteiligung und Wertschätzung der Beschäftigten, die auf unterschiedlichen Ebenen aktiv zur Weiterentwicklung einer Organisation führen können. Mitarbeitende bringen Ideen ein, etwa für Innovationen, um die Qualität zu erhöhen, Abläufe, das Miteinander oder die Sicherheit zu verbessern oder Kosten zu senken. Systematisches Ideenmanagement verhindert, dass Ideen unbeachtet wieder in Vergessenheit geraten, indem es sie strukturiert erfasst, bewertet, umsetzt und auch belohnt. Vorläufer des Ideenmanagements ist das betriebliche Vorschlagswesen.Nutzen von Ideenmanagern übersteigt Kosten bei WeitemZwei Kennzahlen wurden in dieser Form erstmals in Form einer Langzeitstudie für die DACH-Region ermittelt: Die Rendite von Ideenmanagement liegt im langjährigen Median bei 240 Prozent. Das bedeutet, Unternehmen, die 100.000 Euro in Ideenmanagement investieren, erzielen damit einen Ertrag von 240.000 Euro. Eine Ideenmanager-Vollzeitstelle erwirtschaftet im langjährigen Median eine jährliche Rendite von 581.512 Euro.„Das ist gerade in diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten ein ermutigendes Signal für Unternehmen“, sagt Roland Rausch, Geschäftsführer des Zentrums Ideenmanagement. „Systematisch betriebenes Ideenmanagement erwirtschaftet einen jährlich wiederkehrenden Gewinnbeitrag. Und das ganz ohne Investment in teure Unternehmensberatungen. Oder andersherum gedacht: Unternehmen, die kein Ideenmanagement betreiben, lassen nicht nur viel Erfahrungswissen ihrer Beschäftigten ungenutzt, sondern verzichten Jahr für Jahr auch auf viel Geld.“Der Report zeigt, wie groß der wirtschaftliche Hebel einzelner Ideen ist. Hinter jeder umgesetzten Idee steht laut Report durchschnittlich ein rechenbarer Nettonutzen von 7.260 Euro im ersten Jahr. Damit liegt dieser Nutzen wieder deutlich über dem Niveau der Corona-Jahre. Der Lockdown hatte zu einem deutlichen Rückgang der Beteiligung am Ideenmanagement geführt. Wie hoch Unternehmen den Wert des Ideenmanagements einschätzen, zeigt das Umfrageergebnis: 66 Prozent der Organisationen investieren aktuell in die Modernisierung ihres Ideenmanagements. Dabei spielt auch Künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle: 81 Prozent der befragten Organisationen schätzen die künftige Bedeutung generativer KI im Ideenmanagement als hoch oder sehr hoch ein. KI kann helfen, Ideen schneller zu strukturieren, Wissen zugänglich zu machen und aus bestehenden Vorschlägen neue Lösungsansätze abzuleiten.MethodikDer Deutsche Ideenmanagement Report 2026 basiert auf einer Online-Befragung von 122 Organisationen aus dem Jahr 2025, die über ein institutionalisiertes Ideenmanagement verfügen. Darunter sind in erster Linie Unternehmen, aber auch Teilnehmer der öffentlichen Hand. Insgesamt beschäftigen die teilnehmenden Organisationen über eine Million Mitarbeiter. Das Zentrum Ideenmanagement erhebt die Daten seit 2017jährlich. Die Ergebnisse dieser Langzeitstudie fließen in die Forschungsarbeit von Professor Maria Roche (Harvard Business School) sowie Professor Christian Peukert (Université Lausanne) ein.Die ROI-Kennzahlen beruhen auf den gemeldeten Kennzahlen zum rechenbaren Erstjahresnettonutzen und den Betriebskosten des Ideenmanagements. In die Betriebskosten fließen unter anderem Prämienzahlungen, kalkulatorische Arbeitgeberkosten für Ideenmanagerinnen und Ideenmanager sowie kalkulatorische Kosten der Ideenmanagement-Software ein. Der ROI je Vollzeitstelle wird berechnet, indem der rechenbare Erstjahresnettonutzen abzüglich der Betriebskosten durch die Zahl der Vollzeitstellen im Ideenmanagement geteilt wird. Grundlage für den ausgewiesenen langjährigen Median sind die Daten der Jahre 2019 bis 2025.Für die Berechnung des wirtschaftlichen Potenzials wurde folgendes Modell verwendet: Würden sich alle 45,9 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland ähnlich verhalten, wie die Mitarbeiter in den teilnehmenden Organisationen, die allesamt über ein institutionalisiertes Ideenmanagement verfügen, dann beträgt das Ideenmanagement-Potenzial in Deutschland 21,57 Milliarden Euro, allein im ersten Jahr der Ideen-Wirkungsdauer.„Die Zahlen zum Nutzen des Ideenmanagements sind allesamt konservativ berechnet. Würde man nur die letzten drei Jahre berücksichtigen, ohne die Corona-Jahre, die zu einer Flaute an eingereichten Ideen geführt haben, ergäbe sich ein deutlich höherer ROI von 330 Prozent“; erklärt Roland Rausch. „Außerdem fließt in die Berechnung nur der Erstjahresnutzen der Ideen ein. In Wahrheit generieren die meisten Ideen über viele Jahre hinweg positive Effekte. Dieser mehrjährige Nutzen wird aber von den meisten Unternehmen nicht ermittelt.“Zentrale Kennzahlen des Deutschen Ideenmanagement Reports 2026:· 21,57 Milliarden Euro jährliches rechenbares Potenzial durch systematisches Ideenmanagement in deutschen Organisationen· 240 Prozent kalkulatorische Rendite von Ideenmanagement im langjährigen Median· 581.512 Euro jährlicher Return on Investment je Ideenmanager-Vollzeitstelle im langjährigen Median· 7.262 Euro durchschnittlicher rechenbarer Erstjahresnettonutzen je umgesetzter Idee· 66 Prozent der befragten Unternehmen investieren in die Modernisierung ihres Ideenmanagements· 81 Prozent der Organisationen schätzen die künftige Bedeutung generativer KI im Ideenmanagement als hoch oder sehr hoch einBildmaterial - auf Anfrage:· Diagramm rechenbarer Nettonutzen je Idee 2019-2025· Diagramm Return on Investment Ideenmanagement 2019-2025· Diagramm Return on Investment Ideenmanager-Vollzeitstelle 2019-2025Über das Zentrum IdeenmanagementDas Zentrum Ideenmanagement (ZI) ist das branchenübergreifende, berufliche Netzwerk für Ideenmanagement. Als Fachorganisation und Anlaufstelle für Ideenmanager und Ideenmanagerinnen aus der DACH-Region, bietet das ZI seinen Mitgliedern Netzwerk- und Fortbildungsveranstaltungen, den Deutschlandkongress Ideenmanagement, den Deutschen Ideenmanagement-Preis und veröffentlicht jährlich den Deutschen Ideenmanagement Report über Entwicklung und wirtschaftlichen Nutzen des Ideenmanagements, basierend auf branchenübergreifenden Langzeitstudien. Es treibt die Professionalisierung des Ideenmanagements voran, vertritt die Interessen des Berufsstands in der Öffentlichkeit und ist dessen Sprachrohr auf politischer Ebene. www.zentrum-ideenmanagement.de.PressekontaktCorina Pruttidas komm.bürom: +49.179.505 74 68e: prutti@komm-buero.de
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