Rahim Hassan setzt auf Wohnungsbau und Handwerk
Der Berliner Investor will weiter wachsen, Wohnraum schaffen und Handwerksbetrieben Perspektiven geben – und junge Menschen ermutigen.
Berlin. Wenn ein Bauvorhaben verschoben wird, verschiebt sich für einen Handwerksbetrieb womöglich ein ganzer Teil seiner Jahresplanung. Mitarbeiter müssen weiter bezahlt werden, Fahrzeuge und Werkstätten kosten Geld. Für den Berliner Unternehmer und Investor Rahim Hassan gehört diese Perspektive in jede Debatte über die Zukunft des Wohnungsbaus.Der 32-Jährige möchte mit der RH Group Berlin weiterentwickeln und investieren. Wirtschaftliche Unsicherheit soll seine Ziele nicht grundsätzlich bestimmen. Zugleich verbindet er diesen Anspruch mit einer klaren Voraussetzung: Ein Projekt muss sorgfältig geprüft und wirtschaftlich tragfähig sein.„Wenn die Immobilienbranche auf die Bremse tritt, müssen wir auch fragen, was das für unsere Handwerker bedeutet. Hinter den Betrieben stehen Menschen und Familien. Wer entwickeln will, sollte auch darüber nachdenken, wie verlässliche Arbeit entstehen kann.“Handwerk braucht verlässliche AuftraggeberHassan kennt beide Seiten eines Bauvorhabens: die technische Arbeit und die Verantwortung für die Entwicklung einer Immobilie. Sein Ausgangspunkt für den Blick nach vorn ist deshalb eine praktische Frage: Unter welchen Bedingungen können Auftraggeber und ausführende Betriebe gemeinsam gute Arbeit leisten?Ein Handwerksbetrieb braucht eine verständliche Leistungsbeschreibung. Er muss wissen, wann er beginnen kann, welche Voraussetzungen vor Ort erfüllt sind und wer bei Rückfragen entscheidet. Ebenso wichtig ist eine nachvollziehbare Abrechnung mit verlässlichen Zahlungsabläufen. Fehlt diese Grundlage, müssen Betriebe zusätzliche Zeit und Mittel einsetzen, die an anderer Stelle fehlen.Für Hassan gehört die Unterstützung des Handwerks deshalb zur Qualität der Projektorganisation. Wer Aufträge vergibt, kann durch gute Vorbereitung dazu beitragen, dass Mitarbeiter ihre Zeit produktiv einsetzen und Leistungen zuverlässig erbringen können.Weiterentwickeln unter anspruchsvollen BedingungenBei Finanzierung und Baukosten sieht Hassan Anlass, genau hinzuschauen. Ein schwieriges Umfeld soll jedoch kein pauschaler Grund sein, jede Idee zurückzustellen. Sein Anspruch ist, Vorhaben einzeln zu beurteilen und ihre tatsächlichen Möglichkeiten herauszuarbeiten.„Wirtschaftskrisen und Phasen mit höheren Zinsen hat es auch früher gegeben. Heute kommen Sorgen über Kriege und internationale Konflikte hinzu. Das beschäftigt uns alle. Ich möchte Menschen trotzdem ermutigen, sich mit einem Immobilienkauf auseinanderzusetzen und gute Möglichkeiten sorgfältig zu prüfen. Wer nur auf vollkommen sichere Zeiten wartet, verschiebt womöglich auch Chancen, die zu ihm passen.“Hassan möchte besonders jungen Menschen vermitteln, dass wirtschaftliche Unsicherheit eigene Ziele nicht grundsätzlich unerreichbar macht. Fachwissen aufbauen, die eigenen finanziellen Möglichkeiten verstehen und ein überschaubares erstes Vorhaben prüfen: Darin sieht er einen konkreten Weg, selbst handlungsfähig zu werden.„Wir brauchen Wohnungen. Wir müssen Berlin und Deutschland weiterentwickeln. Dafür möchte ich meinen Beitrag leisten. Natürlich müssen Finanzierung und Kosten passen. Aber ich will mich mit der Frage beschäftigen, wie ein gutes Projekt möglich wird.“Das bedeutet auch, eine Grenze zu ziehen, wenn sich ein Vorhaben nicht vernünftig darstellen lässt. Wer langfristig investieren möchte, muss seine Mittel so einsetzen, dass er Verpflichtungen erfüllen und unerwartete Entwicklungen verkraften kann.Was Einsteiger vor dem ersten Projekt klären solltenMenschen, die selbst ein Unternehmen gründen oder eine Immobilie entwickeln möchten, stehen häufig vor einer ähnlichen Frage: Wie viel muss ich wissen, bevor ich anfangen kann?Ein brauchbarer erster Schritt ist ein überschaubares Vorhaben mit klaren Aufgaben. Dazu gehört, die eigenen Kenntnisse realistisch einzuschätzen und Fachleute dort einzubeziehen, wo wichtige Fragen offen sind. Bei einer Immobilie sollten beispielsweise die geplante Nutzung, die baulichen Voraussetzungen und der erforderliche Aufwand geprüft sein, bevor daraus feste Verpflichtungen entstehen.Für den Einstieg hilft eine einfache Arbeitsweise: offene Fragen aufschreiben, ihre Bedeutung für das Projekt benennen und klären, wer eine belastbare Antwort geben kann. So wird aus einem allgemeinen Zweifel eine konkrete Aufgabe.Eine Kalkulation muss Verzögerungen aushaltenEine Zahl wird durch ihre Erklärung belastbar. Welche Leistung ist enthalten? Worauf beruht die angesetzte Dauer? Welche Kosten laufen weiter, wenn ein Termin nicht eingehalten werden kann? Solche Fragen entscheiden darüber, wie gut sich ein Vorhaben tatsächlich beurteilen lässt.Bei einer Sanierung im bewohnten Zustand zeigt sich das besonders deutlich. Wohnungszugänge müssen vereinbart, vorhandene Einrichtungen geschützt und Arbeiten mit den Bewohnern abgestimmt werden. Dafür braucht es Zeit und Organisation. Diese Aufgaben gehören in die Planung.Wer anfängt, sollte sich deshalb die eigene Rechnung auch unter weniger günstigen Annahmen ansehen. Was passiert bei längerer Bauzeit oder zusätzlichem Aufwand? Welche Reserve bleibt dann? Ein Projekt gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn seine Grenzen sichtbar sind.Wachstum braucht klare Aufgaben und verlässliche PartnerNach Angaben von Rahim Hassan verzeichnet die RH Group Berlin steigende Umsätze und einen wachsenden Immobilienbestand. Weitere Bestandsimmobilien sollen hinzukommen. Den eingeschlagenen Kurs möchte er konsequent fortsetzen und dafür auch zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten prüfen.Für den jungen Investor verbindet sich dieser Zuwachs mit dem Anspruch, dauerhaft etwas aufzubauen. Jede weitere Immobilie bringt Aufgaben bei Verwaltung, Instandhaltung und technischer Betreuung mit sich. Daraus können zugleich neue Aufträge für Handwerksbetriebe entstehen. Wachstum soll so auch den Menschen Perspektiven eröffnen, die an den Gebäuden arbeiten.Mit steigender Verantwortung verändern sich die Aufgaben eines Unternehmers. Mehr Aufträge verlangen eine Organisation, die den Überblick behält. Mitarbeiter brauchen klare Zuständigkeiten und die Möglichkeit, Schwierigkeiten früh anzusprechen.Auch für junge Selbstständige liegt darin eine praktische Orientierung: Ein Auftrag sollte zum Können und zur verfügbaren Kapazität passen. Wer sich zu viel gleichzeitig vornimmt, riskiert die Verlässlichkeit seiner Zusagen. Ein gut abgewickeltes Vorhaben schafft dagegen die Grundlage für weitere Zusammenarbeit.Hassans Blick auf das Handwerk verbindet diese betriebliche Perspektive mit seinem Ziel als Investor. Entwicklung braucht Fachleute, die ihre Arbeit beherrschen und unter vernünftigen Bedingungen ausführen können. Die Qualität eines Gebäudes hängt wesentlich von ihnen ab.Berlin bleibt Ausgangspunkt für weitere EntwicklungDie RH Group Berlin soll ihre Ziele konsequent weiterverfolgen. Dabei richtet Hassan den Blick auch über die Stadtgrenzen hinaus. Entscheidend sind für ihn Standorte, an denen Bedarf und ein tragfähiges Konzept zusammenkommen.„Solange wir in Berlin sinnvolle Möglichkeiten sehen, wollen wir hier etwas bewegen. Und wenn sich an einem anderen Standort eine gute Gelegenheit ergibt, schauen wir sie uns an. Unser Ziel ist, weiterzuentwickeln und dabei auch Arbeit für die Menschen zu schaffen, die diese Projekte umsetzen.“Für Menschen mit eigenen unternehmerischen Plänen liegt darin ein konkreter Anstoß: Eine Idee verdient eine ernsthafte Prüfung. Der nächste Schritt kann ein Fachgespräch, eine Besichtigung oder eine nachvollziehbare Kostenaufstellung sein. Damit beginnt die Arbeit, aus einer Vorstellung ein umsetzbares Vorhaben zu machen.
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