Kommentar: Der Haustürschlüssel unter der Fußmatte - warum "Security through Obscurity" keine Strategie ist
Verfasser: pr-gateway on Wednesday, 4 June 2025
Ein viel zu häufiges Alltagsszenario: Der Schlüssel zur Haustür liegt "gut versteckt" unter der Fußmatte. Für den Bewohner eine pragmatische Lösung, für den Einbrecher eine Einladung. Genau dieses Prinzip steckt hinter vielen vermeintlichen IT-Sicherheitsstrategien, die auf Verschleierung setzen. Doch wer sich auf Geheimhaltung statt auf echte Schutzmechanismen verlässt, geht ein hohes Risiko ein - sowohl im Privaten als auch im professionellen IT-Betrieb.
Kommentar von Jimmy Bergqvist, Application Security Expert bei Outpost24
Was bedeutet "Security through Obscurity" überhaupt?
"Security through Obscurity" beschreibt das Vorgehen, ein System dadurch zu schützen, dass Details über dessen Aufbau oder Funktion möglichst verborgen bleiben. Anstatt robuste Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, verlassen sich Unternehmen auf die Hoffnung, dass potenzielle Angreifer bestimmte Komponenten oder Schwachstellen schlichtweg nicht kennen oder finden.
Typische Beispiele aus der Praxis sind:
-Admin-Oberflächen, die nur über kryptische URL-Pfade erreichbar sind;
-selbst entwickelte Verschlüsselungsmechanismen ohne Peer Review;
-Zugangssysteme ohne Multifaktor-Authentifizierung, die lediglich durch Unbekanntheit "sicher" erscheinen;
-unzureichend dokumentierte Konfigurationen oder Dienste, die als sicher gelten, weil sie niemand vermutet.
