Die stille Seite des Beauftragens: Warum Fehlentscheidungen selten korrigiert werden
Verfasser: Marketing TED on Saturday, 24 January 2026Falsche Entscheidungen bei der Beauftragung von Dienstleistern gehören zum Alltag. Sie kosten Geld, Zeit und Nerven. Dennoch werden sie selten offen thematisiert. Während erfolgreiche Projekte sichtbar sind, bleiben Fehlbeauftragungen meist im Verborgenen.
Der Grund liegt häufig weniger in der Entscheidung selbst als in ihrer Wirkung. Wer einen ungeeigneten Dienstleister auswählt, empfindet dies schnell als persönliches Versagen. Die Fehlentscheidung wird nicht als strukturelles Problem wahrgenommen, sondern als eigener Fehler. Entsprechend hoch ist die Hemmschwelle, sie zu korrigieren oder offen anzusprechen.
Besonders im privaten Umfeld, aber auch in kleinen und mittleren Unternehmen, werden Probleme deshalb oft ausgesessen. Leistungen werden akzeptiert, obwohl sie nicht passen. Verträge laufen weiter, obwohl Unzufriedenheit besteht. Die ursprüngliche Entscheidung wird nicht hinterfragt, sondern verdrängt.
Viele dieser Fehlentscheidungen tauchen in keiner Statistik auf. Sie äußern sich nicht in klaren Reklamationen, sondern in ineffizienten Abläufen, Zusatzkosten oder dauerhaftem Ärger. Der Schaden bleibt diffus, aber real. Hinzu kommt, dass Beauftragungen häufig unter Zeitdruck entstehen. Wird das Ergebnis später kritisch betrachtet, fehlt oft die Zeit oder die Energie, die Entscheidung erneut aufzurollen.